Warnung vor Harry Dettenborn und Eginhard Walter, „Familienrechtspsychologie“ /z.K. Gerichtspsychologisches Institut Bielefeld

Während es dem Stand intensiver empirischer Forschung (u.a. Bowlby, John, „Trennung“) entspricht, dass Eltern-Kind-Bindungen von herausragender Bedeutung für die Entwicklung der Persönlichkeit eines Kindes sind, manipulative Kindesentfremdung durch den sorgeberechtigten Elternteil zu Lasten des anderen Elternteils mithin eine schwere Beschädigung des Kindeswohls darstellt, die familiengerichtliche Eingriffe erfordert (vgl. BalIoff, Rainer, „Kinder vor dem Familiengericht“ (2018), Nomos (3. Aufl.), S. 230), beziehen Harry Dettenborn und Eginhard Walter die justiz- und verwaltungsökonomische Position, dass es durchaus akzeptiert werden solle, wenn ein Kind zum Feind eines zuvor geliebten Elternteils hin manipuliert werde / worden sei, dass es geradezu die ideale Lösung im Sinne des Kindeswohls darstelle, eine solche Situation gerichtlich zu akzeptieren (Dettenborn, Harry; Walter, Eginhard, „Familientrechtspsychologie“ (2016), utb. (3. Auflage), S. 116 ff.).

Mich persönlich erinnert das an „Sachverständige“, die Massentierhaltern unter windigen Argumenten bescheinigen, dass es einem Huhn schließlich nichts ausmache, zeitlebens in einer engen Box eingesperrt zu sein, so dass von Tierquälerei keine Rede sein könne. Den mich erschreckenden Darlegungen Dettenborns und Eginhards stehen übrigens auch die langjährigen Forschungsergebnisse des Psychologen Dr. Stefan Rücker diametral entgegen, der sich gegenüber dem SWR so zur Kindesentfremdung äußerte:

„Eine Eltern-Kind-Entfremdung ist für mich nicht weniger als ein Verbrechen an der seelischen Entwicklung von Schutzbefohlenen. Die Folgen reichen von Traumatisierungen bis zu Störungen im Sozialverhalten, Depressionen, Angsterkrankungen. […] Jungen fallen in der Regel mehr auf, Mädchen leiden eher nach innen, entwickeln Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Esstörungen, Suizidwünsche. Betroffene stehen innerlich in Flammen, oft ihr ganzes Leben lang.“

Nach alldem ordne ich Harry Dettenborn und Eginhard Walter in die Reihe derjenigen „Wissenschaftler“ ein, die sich dadurch etablieren, dass sie das als wahr erklären, was sich gut verkaufen lässt, auch wenn das Wohl von Kindern dabei unter die Räder gerät. Insofern kann man vor deren „Erkenntnissen“ und Büchern nur warnen. Und natürlich auch vor denen, die sich zur Erstellung von Schmierengutachten auf dieses Buch stützen.

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