Kay-Achim Schönbach und die Weltpolitik

Nichts Neues im Osten

Schon Ende der 70-ger des letzten Jahrhunderts sei folgender Witz in Polen kursiert:

Antek: „Du Frantek, wenn Du Dir etwas wünschen könntest, was wäre das?“

Frantek: „Dass die Chinesen dreimal in Polen einmarschieren und Polen dann wieder verlassen.“

Antek wundert sich: „Wieso denn das?“

Frantek: „Dann müssten die Chinesen sechsmal durch Russland durch.

Nun, auch Himmler sah bereits voraus oder meinte es zumindest, dass es weltgeschichtlich zu einem ganz großen Schlagabtausch zwischen gigantischen Machtblöcken kommen werde, wofür er ein Großgermanien bis zum Ural auf mindestens 500 Millionen Einwohner anwachsen lassen wollte.

Die heutige Realität ist dem sehr ähnlich, gigantische Machtblöcke konkurrieren, und mit Russland und China sind zwei Machtblöcke vorhanden, die expansiven Willen nicht einmal mehr verschleiern und für Menschenrechte nicht viel übrig haben.

Was bedeuten die Worte von Kai Achim-Schönbach?

Der zutrückgetretene Chef der deutschen Kriegsmarine ist aus beruflichen Gründen wesentlich näher an der chinesischen Friedensbedrohung im Pazifik als an der russischen Friedensbedrohung in Europa. Und tatsächlich wäre es eine Illusion, dass China ohne russische Hilfe, bzw. ohne potenzielle Bedrohung durch Russland, im Zaum gehalten werden könnte. Sollten diese beiden Großmächte sich verbünden, dann könnte niemand die Russen davon abhalten, Europa einzunehmen, niemand die Chinesen davon abhalten, Ostasien mit Ausnahme des russischen Teils zu erobern.

Das sind Realitäten, die man frei jeglicher Ideologie und frei jeglicher Vorlieben anerkennen muss. Russland müsste nur ein paar Seehäfen außer Gefecht setzen, Rotterdam, Hamburg, Le Havre, Bremen, und schon hätten europäische Panzer und Flugzeuge nur noch Sprit für wenige Tage. Ein paar Raketen auf die Autobahnkreuze, und schon stünde der Verkehr still. Ein paar Raketen auf die Militärflughafen, und aus wäre es mit der Luftwaffe. Dankbar würden ausgehungerte Deutsche die russischen Gulaschkanonen empfangen. Billiger geht es nicht, dem Putin dürfte das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Was aber, wenn China mitmischte? Die russischen Rohstofflager im Osten, die Industriezentren von Nowosibirsk, Krasnojarsk usw., wo Stalin seine T-34 ungestört von den Deutschen produzieren lassen konnte, das große Land, das Millionen Chinesen Lebensraum geben könnte – all das wäre eine verlockende Beute für die chinesischen Imperialisten, und das weiß auch Putin.

Für Europa ist es jedenfalls besser, mit Putin eine gemeinsame Haltung gegenüber China .herbeizuführen, als es zu einem Schulterschluss zwischen Putin und China kommen zu lassen.

Ganz besonders gilt das für die deutsche Kriegsmarine, die im Falle einer Auseinandersetzung mit China binnen weniger Stunden schlichtweg ausgemerzt würde. Vor diesem Hintergrunde sind die Worte Schönbachs durchaus sehr verständlich, denn natürlich ist ihm die Ukraine egal, wenn das Leben seiner gesamten Pazifikflotte auf dem Spiel steht und dabei auch sein eigenes.

Hier hat ein hoher Offizier das gesagt, was an seiner Stelle jeder andere gesagt hätte, wenn man sich die Tatsachen vor Augen hält Das hat nichts damit zu tun, dass man die Lage in der Ukraine falsch einschätzen würde, sondern damit, dass jedem das eigene Hemd am nächsten ist.

Im Übrigen zeigt dieser Fall, wie schnell und hart es geahndet wird, wenn ein hoher Militär den Wünschen der Oberbefehlshaber, in diesem Fall der Bundesregierung, nicht gerecht wird. Vor diesem Hintergrund muss man sich fragen, ob all die Keitels und Jodls, die sich durchaus zurecht darauf beriefen, sie hätten nichts zu bestimmen gehabt, weil Hitler alles selbst bestimmt und sich nicht habe reinreden lassen, in Nürnberg zurecht gehängt worden seien, oder ob unerbittliche Siegerjustiz geherrscht und gnadenlos nach Blut geschrien habe.

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